Verhinderung von Tagebauen im LSG Am Randow-Bruch

Information zum Landschaftsschutzgebiet 145 Am Randow-Bruch

Ökologisch besonders wert­volle Biotope wie Feuchtwiesen, Moore sowie Altholzinseln, Altbäume und Offenlandbereiche gehören zu den historisch gewachsenen Land­schaftsstrukturen des Landschaftsschutzgebiets Am Randow-Bruch.

Informationen zum geplanten Verkauf der Kalk- und Tonvorkommen im Raum Löcknitz/Boock/Mewegen

Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH versucht gegenwärtig, Interessenten für die Tonlager und Kalklager zwischen Mewegen und Löcknitz zu finden. Diese Lagerstätten stehen im Zusammenhang mit Plänen zur Errichtung eines Zementwerkes. Die Ton- und Kalklager können nur im Tagebauverfahren erschlossen werden. Ein Tagebau von einer Tiefe bis zu 60 Metern würde weitreichende und langfristige Störungen im natürlichen Grundwasserhaushalt hervorrufen. Zahlreiche weitere Gefahren können nicht ausgeschlossen werden.

Die Pläne zur Förderung der Rohstoffe stammen noch aus DDR-Zeiten. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands hatte eine wirtschaftliche Neuorientierung unserer Region eingesetzt. Ökologische Land- und Forstwirtschaft, verantwortungsvolle jagdliche Nutzung und sanfter Tourismus breiteten sich langsam und konsequent aus und eröffneten eine Perspektive für eine langfristige und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region. Der Naturpark „Am Stettiner Haff“ wurde geschaffen, wertvolle Natur- und Landschaftsschutzgebiete wurden ausgewiesen. Das Oderdelta bewirbt sich für das Projekt „Rewilding Europe“. Diese positive Entwicklung unserer Region würde durch die Errichtung von Tagebauen abgeschnitten. Aufgrund der Absenkung des Grundwasserspiegels und des Gesichtsverlusts der Landschaft würden viele wirtschaftliche Existenzen einer eventuellen kurzfristigen Schaffung von Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von etwa 40 Jahren aufgeopfert. Nach der Ausbeutung der Rohstoffe würde eine Situation, wie wir sie gegenwärtig in Bochum vorfinden, entstehen. Ein Anknüpfen an die gegenwärtige positive Entwicklung wäre aufgrund der Zerstörung der malerischen und wertvollen Eiszeitlandschaft unmöglich geworden.

Am 24. November 2014 hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, welche die Errichtung dieser Tagebaue verhindern will. Wir laden alle betroffenen Bürger und alle, die sich mit ihnen solidarisieren wollen, ein, sich dieser Bürgerinitiative anzuschließen. Alle Betroffenen in unserer und in den umliegenden Gemeinden sollten sich schnell informieren. Im Folgenden geben wir aktuelle Informationen über den Stand der Dinge:

Die Interessensondierung der BVVG für fünf Bergwerke findet sich im Netz:
– Bergwerkseigentum Mewegen West, Tonrohstoffe
– Bergwerkseigentum Mewegen Nordost, Tonrohstoffe
– Bergwerkseigentum Mewegen Südost
– Bergwerkseigentum Löcknitz-West, Kalkstein
– Bergwerkseigentum Löcknitz-Ost, Kalkstein

Die Interessensondierung verdeutlicht, dass das Handeln der BVVG vollkommen losgelöst von der übrigen Wirtschaftspolitik des Bundes und des Landes erfolgt. Die Errichtung von Tagebauen in unserer Region würde einen Bruch mit der bisherigen Förderpolitik der Bundesrepublik darstellen. Erinnert sei z. B. an eine Aktion des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung, welche die Region Stettiner Haff 2010 zur Modellregion erhoben hat, oder an eine Maßnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, welches die Modellregion Vorpommern-Greifswald im Rahmen des in diesem Jahr auslaufenden Vorhabens LandZukunft fördert.

Die Interessensondierung zeigt aber auch, mit welcher Gewissenlosigkeit die BVVG schnelles Geld machen möchte. So wirbt sie mit dem Hinweis, dass mögliche Investoren mit keinerlei „Abgaben“ (!) zu rechnen hätten. Die Kenntnis eines gravierenden Altlastenproblems wird geleugnet, obwohl anhand der Heeresmunitionsanstalt Löcknitz in den 90er Jahren eine Musterstudie zu einer modellhaften Untersuchung des Umweltverhaltens von Kampfstoffen, speziell arsenorganischen Kampfstoffen, in den Umweltmedien Wasser, Boden, Luft sowie deren (öko)toxikologische Bewertung, inklusive einer detaillierten Gefährdungsabschätzung für Sicherungs- und Sanierungspläne, erarbeitet wurde.

Siehe die Beiträge von NDR1 Radio MV und Ostseezeitung.

Hier publizieren wir ein Informationsschreiben zum Kalk-Kreise-Tonvorkommen der Region Mewegen/Löcknitz, das von zwei Mitbegründern der Bürgerinitiative verfasst wurde.

Weiterhin veröffentlichen wir die Karte des Landschaftsschutzgebietes „Am Randowbruch“, die wir mit den von der BVVG veröffentlichten Karten der Bergwerksfelder zu vergleichen bitten.

Advertisements