Gespräch mit Winfried Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde

Am 11. Juli 2016 traf sich der Vorsitzende des Vereins Kulturlandschaft Blankensee e. V. mit Winfried Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde zu einem Gespräch. Der Verein Kulturlandschaft Blankensee hat bemerkt, dass das nördlich von Pampow liegende Natura 2000 Vogelschutzgebiet „Ückermünder Heide“ (Code DE2350401) an das Natura 2000 Vogelschutzgebiet „Jezioro Swidwie“ (Code PLB 320006) auf polnischer Seite anschließt. Letzteres setzt sich in Richtung Süden fort, so dass die Staatsgrenze die Grenze dieses Bird Directive Site bildet, obgleich sich auf dem Gebiet der Gemeinde Blankensee im Pampower Moor und im Landschaftsschutzgebiet Am Randow Bruch dieselbe Landschaft fortsetzt und die Vögel an der Grenze nicht Halt machen. Dazu gab Herr Krämer folgende Auskunft: Durch die Ausweisung eines Natura 2000 Vogelschutzgebietes im Landschaftsschutzgebiet Am Randow Bruch würde unter der Voraussetzung, dass die fraglichen Flächen in den Naturpark aufgenommen werden, kein weiterer Schutz entstehen. Es würden allerdings auch keine weiteren Restriktionen für die Nutzer der Flächen entstehen. Daraus ist zu schließen, dass die Ausweisung eines Natura 2000 Vogelschutzgebietes als Präventivmaßnahme für den Fall sinnvoll wäre, dass die Landesregierung den Schutz der Landschaftsschutzgebiete und der Naturparks, wie es in anderen Bundesländern der Fall ist, aufweicht. Voraussetzung für die Ausweisung wäre die Bereitschaft der Gemeinde Blankensee.

Auf die Frage nach den Auswirkungen der Energiewende auf den Artenbestand konnte Herr Krämer auf die von Tobias Dürr geführte Zentralkartei für Vogelverluste und Fledermausverluste an Windkraftanlagen in Deutschland verweisen. Bereits im Dezember 2015 wurden 373 tote Mäusebussarde, 301 erschlagene Rotmilane und 119 getötete Seeadler sowie 963 verunglückte Große Abendsegler, 773 vernichtete Rauhhautfledermäuse und 540 tote Zwergfledermäuse gezählt. Das bedeutet, dass die Fortexistenz verschiedener Arten wie des Rotmilans, der vorwiegend nur noch in Deutschland vorkommt, ernsthaft bedroht ist. Diese Tatsache sollte von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Gesprochen wurde auch über die besondere Schutzwürdigkeit der Militärgebiete, in denen viele seltene Arten gute Lebensbedingungen vorfinden oder sogar beinahe ausschließlich vorzufinden sind (Ziegenmelker, Wiedehopf, Brachpieper, Waldschnepfe, Seeadler, Schreiadler). Daraus ergibt sich für den Verein Kulturlandschaft Blankensee e.V. die Aufgabe, weiterhin für den Schutz des Naturparks Am Stettiner Haff einzutreten.

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