Naturparkstammtisch Juni 2014

4. Juni 2014, Naturparkstammtisch in Blankensee: Im Jahre 1905 weilte der späterhin weltberühmte englische Autor E. M. Forster als Hauslehrer im vorpommerschen Nassenheide auf dem Gut seiner Schriftstellerkollegin Elizabeth von Arnim. Nassenheide, heute Rzędziny, liegt am Rande der Blankenseeer Kulturlandschaft. Einen Spaziergang davon entfernt, auf dem Zaubermondhof in Blankensee, trafen sich am 4. Juni 2014 Mitglieder der Verwaltung des Naturparks Am Stettiner Haff, des Fördervereins Natur und Leben am Stettiner Haff, des Vereins Kulturlandschaft Blankensee und interessierte Bürger der Gemeinde Blankensee zum letzten Naturparkstammtisch vor der Sommerpause, der gewöhnlich als Grillabend begangen wird. E. M. Forster verarbeitete sein Pommern-Erlebnis fünf Jahre darauf. Im Roman „Howard’s End“ schildert er die hiesige Gegend als einen Ort, dem die Zeit den Schmelztiegel schon lange bereitet hat. Hier trotzt die Vergangenheit dem Geschwindigkeitsrausch der sich verzehrenden Gegenwart, hier überwintert die Zukunft. Ähnlich erlebten und kommentierten nun die Ankömmlinge aus Eggesin und Torgelow mehr als 100 Jahre später die hiesige Kulturlandschaft. Ländlichkeit und Naturbelassenheit bilden Blankensees Reiz und Zukunftspfand. Der neugewählte Blankenseer Bürgermeister Stefan Müller und die frischgewählte Gemeindevertreterin Susanne Völlm waren unter den Gästen. Dass sich die Gemeindevertretung fortan wieder für den Naturpark interessiert und die Naturparkerweiterung als Chance begreift, zeigt, dass Blankensee bei den Kommunalwahlen gut gewählt hat. Der Kreistag schielt nach der Küste und dem Geld. Doch jenseits der vulgären Kommerzialität der Kaiserbäder existiert im Verborgenen als wahrhaft kaiserliches Kleinod der ländliche Raum. Wiesen, Felder, Wald, Kraniche, Rehe, Füchse, Bachstelzen, Hausrotschwänze, Schwalben. Mittendrin und am Rande: Pampow und Blankensee, Dörfer, an denen die Zeit oftmals schon vorbeigerast ist und die unsagbar viel Lebensfreude zu spenden vermögen. Man braucht wenig Geld, aber etwas Talent, glücklich zu sein, um den Zauber des Naturparks am Stettiner Haffs genießen zu können. Der Verein Kulturlandschaft Blankensee hat den Alten Boocker Landweg für Wanderer und Reiter wieder passierbar gemacht und Naturparkchef Jochen Elberskirch überprüfte und bestätigte bei Gelegenheit des Blankenseeer Treffens, dass dabei die Regeln des Naturschutzes beachtet worden sind. Höhepunkte des Naturparkstammtisches im Grünen waren neben dem überbordenden Buffet mit seinen Grillköstlichkeiten, Salat- und Brotkreationen, geistigen und sonstigen Getränken die Besichtigung der Straußenfarm der Familie Kein sowie des von Jens und Sabrina Kalanke bewirtschafteten gastfreundlichen Zaubermondhofes. In Blankensee kann man nicht nur nicht nur Dachsen, Bibern und Hirschen, sondern auch Straußen, Alpakas und Huskies begegnen.

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