Festakt anlässlich der zehnjährige Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union

Am 10. Mai 2014 fuhr eine Delegation des Vereins Kulturlandschaft Blankensee e.V. nach Neubrandenburg. Der Verein war zusammen mit anderen deutschen und polnischen Partnern aus der Zivilgesellschaft in der Grenzregion von Ralf-Peter-Hässelbarth, Neubrandenburger Kreisvorsitzendem der Europa-Union, zu einem Festakt eingeladen worden. Anlass war die zehnjährige Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union. Sieht man von Unterschieden bei der Bewertung der polnischen Energiepolitik ab, wurde das gefeierte Ereignis von allen Rednern positiv bewertet. Peter Heise, scheidender Geschäftsführer der Pomerania, der neben Paweł Bartnik mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde, rühmte die Erfolge bei der Realisierung seiner Vision einer länderübergreifenden Region mit Stettin als Zentrum. In der Gruppe aus Blankensee herrschte jedoch eher Skepsis in Bezug darauf, dass Stettin die Rolle eines Motors bei der Regionalentwicklung bereits übernommen hat. Diese Rolle bei der Entwicklung des ländlichen Grenzraums wird von Berlin, Warschau, Schwerin oder Greifswald weitgehend unbesetzt gelassen. Die politischen Zentren richten ihr Interesse mehr darauf, die natürlichen Ressourcen der Grenzgebiete auszubeuten, als darauf, Lebensräume zu erhalten und zu gestalten.

Umso wichtiger war daher für die Vertreter des Vereins Kulturlandschaft Blankensee e.V. die Kontaktaufnahme zu Martín Guillermo Ramirez, dem Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AEBR). Im Gespräch mit ihm wurde festgestellt, dass sich die internationale Zusammenarbeit in der Regel wie von selbst als eine Zusammenarbeit zwischen nationalen Zentren entwickelt. Die Folge davon ist, dass die Grenzräume in verschiedenen Ländern häufig ähnliche Strukturen aufweisen und mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Wichtig ist also, dass nicht nur die Zentren, sondern auch die Ränder sich international vernetzen und zusammenarbeiten. Hier hilft die AEBR ihren Partnern, Kontakte herzustellen und Ideen für lokale Problemlösungen zu entwickeln. Auch für kleine Partner wie die Gemeinde Blankensee besteht die Möglichkeit, Erfahrungen und Problemlösungen, die andernorts gewonnen wurden, kennenzulernen und für die eigene Situation fruchtbar zu machen. Letztendlich müssen die Ränder, wenn sie nicht immerfort unter Vernachlässigung und Benachteiligung durch die Zentren leiden, sondern sich behaupten wollen, zu ihren eigenen Zentren werden. Sie können das nur gemeinsam. Nicht nationale Verengung und Isolation, sondern internationaler Schulterschluss der ländlichen Grenzräume ist erforderlich. Die AEBR ist eine zivilgesellschaftliche Organisation. Ihre Aktivitäten zeigen, dass erfolgreiches politisches Handeln auch unabhängig von staatlichen Strukturen möglich ist.

Nicht weniger wichtig als die Diskussion mit Martín Guillermo Ramirez war für die Gruppe aus Blankensee der Erfahrungsaustausch mit Bärbel Saß, Leiterin der Geschäftsstelle der Deutsch-Polnischen Freundschaftsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird dem Verein helfen, bereits existierende deutsch-polnische Aktivitäten kennenzulernen und gegebenenfalls für eigene internationale Projekte polnische Partner zu finden. Gabriele Riesebeck, die der Delegation des Vereins Kulturlandschaft Blankensee e.V. angehörte, kandidiert bei den Gemeindevertreterwahlen und möchte den perspektiveröffnenden Themen, die in Neubrandenburg diskutiert wurden, auch in der Gemeindepolitik einen Platz verschaffen.

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